AKTUELLES
Tobias Kaspar / Unconditional
18. September – 29. November 2026
Eröffnung:
Donnerstag, 17. September 2026 –
17 Uhr HUMA, Abteistraße 17
41061 Mönchengladbach
„Unconditional“ ist eine Ausstellung des in Lettland und der Schweiz lebenden Künstlers Tobias Kaspar (*1984 Basel) im Museum Abteiberg, die in Kooperation mit dem Stiftischen Humanistischen Gymnasium Mönchengladbach (HUMA) realisiert wird. Entstanden ist das Projekt im Rahmen des Internationalen Atelierstipendiums Mönchengladbach, dessen Stipendiat Tobias Kaspar 2025/26 war.
Im Zentrum steht die gleichnamige Arbeit Unconditional (dt. Bedingungslos) die Tobias Kaspar für eine Transportkiste mit eigens entwickelten Displayelementen kreiert hat: Vier Fotografien, die mit grauer Rubbellosfarbe überzogen sind und nunmehr an Care-Institutionen wie Schulen, Pflege- und Betreuungseinrichtungen ausgeliehen, um dort ausgestellt zu werden. Berührung, Transport, unterschiedliche Installationen und wechselnde institutionelle Kontexte werden dabei Spuren hinterlassen und Teil der Geschichte der Arbeit werden. Erster Leihnehmer ist das Gymnasium HUMA direkt neben dem Museum Abteiberg. Der Umgang mit der Arbeit wird dort von Lehrenden und Schüler:innen im Unterricht diskutiert, die Ergebnisse der Gespräche werden in einem vom Künstler mitgegebenen Logbuch festgehalten.
Ausgangspunkt von „Unconditional“ ist eine Anekdote über ein Ereignis aus den frühen 2010er-Jahren, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr überprüfen lässt. Das Phänomen der Erinnerung wird hier nicht rekonstruiert oder verifiziert, sondern als etwas verstanden, das durch Erzählen, Betrachten, Berühren und Weitergeben seine Form verändert. Aus dem bestimmenden Titel „Unconditional“ entsteht eine Arbeit, deren Bilder, Oberflächen und Geschichten bewusst veränderlich bleiben. Das Geschehen in den Institutionen, die Leihnehmer:innen sind, bleibt dabei intern, im Klassenraum des HUMA ist kein öffentliches Publikum zugelassen.
Im Museum Abteiberg zeigt Tobias Kaspar öffentlichem Publikum ein zweites Exemplar der Arbeit. Sie ist im Unterrichtsraum zu sehen, den Hans Hollein für die Vermittlungsarbeit des Museums entwarf.
Internationales Atelierstipendium der Stadt Mönchengladbach
Joshua Leon / 01.09.2026−28.02.2027
Joshua Leon (*1990 in London) ist der 40. Stipendiat der Stadt Mönchengladbach. Er lebt und arbeitet in Wien, ist Autor, Künstler und Lehrender. In seiner künstlerischen Praxis verbindet er ortsspezifische Archivrecherchen mit textbasierten Arbeitsprozessen. Dabei verknüpft er persönliche Erinnerungen, historische Recherchen und poetisches Schreiben mit Fragen nach den politischen und ästhetischen Dimensionen des Bezeugens und Erinnerns.
Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem in der Chisenhale Gallery, London, der Kunsthalle Wien, dem Kunstverein München, dem CAPC Bordeaux, La Ferme du Buisson und dem Musée national de l’histoire de l’immigration in Paris sowie am FRAC Lorraine, Metz. Residenzen führten ihn zu PART, Wien, Mahler+LeWitt, Italien, dem CAPC Bordeaux, dem Kunstverein München und PINK, Manchester.
Während seiner Residenz in Mönchengladbach wird er sich vor allem der Vorbereitung neuer Arbeiten widmen. Ausgangspunkt seiner aktuellen Arbeit sind Recherchen zur sogenannten Judensau – einer mittelalterlichen antisemitischen Bildtradition, die in zahlreichen Darstellungen in der Region überliefert ist – sowie zur jüdischen Sozialgeschichte, insbesondere zur Arbeit und Kleidungsherstellung jüdischer Frauen, und zu den Archivbeständen seiner eigenen Familiengeschichte. Leon untersucht, wie diese historischen Zusammenhänge in textliche, skulpturale, akustische und ausstellungsbezogene Formen überführt werden können.
Joshua Leon ist zudem als Autor tätig. Sein Buch The Process wurde mit dem ersten Emerging Art Foundation Writing Prize ausgezeichnet. Derzeit arbeitet er an seiner ersten größeren Publikation für den britischen Verlag Extraordinary Books. Beide Bücher folgen Spuren durch europäische Staaten, setzen sich mit dem Verlust von Leben und Kultur auseinander und nutzen Archivmaterial, um der Frage nachzugehen, wie sich das Leben bestimmter Auslöschungen und Leerstellen dokumentieren lässt. Dabei arbeitet Leon mit einer Form der forschenden Praxis, die persönliche und körperliche Erfahrung in den Rechercheprozess einbezieht.
Ausbildung
2023 PhD Arts and Humanities, Royal College of Art, London
2017 MA Photography, Royal College of Art, London
2014 BA Photography, University of the Arts, London
Auszeichnungen / Förderungen
2026 Project Grant, BMWKMS
2025 Catalogue Prize, Krupp Stiftung, Deutschland
2024 Emerging Art Foundation Writing Prize, London
2023 The Missing O and E, BMWKMS, Österreich
2019 London Arts and Humanities Research Stipend, London
Einzelausstellungen
2025 Grapewatching, South Parade, London
2024 The Missing O and E, Chisenhale Gallery, London
2021 Loose Routes Along the Familiar, Madonna del Pozzo, Spoleto, Italien
Ausgewählte Gruppenausstellungen
2026 Nos Jeunesses, Musée national de l’histoire de l’immigration, Paris
2025 Burn the Diaries, Read It Out Loud, Kunsthalle Wien
2025 Tactical Spectres, La Ferme du Buisson, Paris
2024 Itinéraire Fantôme, CAPC, Bordeaux
2024 Presque Partout (almost everywhere), FRAC Lorraine, Metz
2023 Archive as……Slippages, Kunstverein München
2022 Expo in a Box, FRAC Lorraine, Metz
Publikation
2024 The Process, Chisenhale Gallery & Mousse, hg. von Olivia Aherne und Amy Jones
Lehre
seit 2026 Gastprofessor, Städelschule, Frankfurt am Main
2026 Gastdozent, Akademie der Bildenden Künste München
2023–2026 Associate Lecturer, Royal College of Art, London
2023–2025 Visiting Lecturer, London South Bank University, London
Ausgewählte Residenzen
2025 PART, Wien
2023 Kunstverein München, München
2023 CAPC, Bordeaux
2021 Mahler + LeWitt, Spoleto, Italien
2021 PINK, Manchester
Kommende Ausstellungen
2027 Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf
2027 Portikus, Frankfurt am Main
Sammlung
49 Nord 6 Est – FRAC Lorraine, Metz
ÜBERSICHT ATELIERSTIPENDIAT*INNEN:
ATELIERSTIPENDIUM
Seit April 1998 vergibt die Stadt Mönchengladbach mit Unterstützung der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung ein sechsmonatiges internationales Atelierstipendium an bildende Künstler*innen. Die Stadt Mönchengladbach stellt den geförderten Stipendiat*innen ein Gastatelier und eine Wohnung zur Verfügung und zahlt einen Lebenskostenzuschuss.
Von teilnehmenden Künstler*innen wird erwartet, zum Ende des Stipendiums das Resultat ihrer Stipendienzeit in Form einer Ausstellung, Performance, Filmscreening, Lesung oder in weiteren Formen zu präsentieren. Die künstlerische Arbeit kann Bezug zur Stadt Mönchengladbach nehmen, dies ist jedoch keine Voraussetzung. Der/die Stipendiat*in überlässt eine Arbeit seiner/ihrer Wahl für die Sammlung der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung und eine für die Sammlung der Stadt Mönchengladbach. Die Vergabe des Stipendiums ist an die Bedingung geknüpft, dass der/die Künstler*in während des Stipendiums im Gastatelier wohnt und arbeitet (Residenzpflicht).
Um das Stipendium kann man sich ausschließlich auf Empfehlung deutscher sowie internationaler Museumsleiter*innen, Hochschulprofessor*innen und Kurator*innen bewerben. Willkommen sind professionell aktive Künstler*innen jeder Herkunft und jeden Alters. Inhaltlich ist jede Form der zeitgenössischen Kunst, von Malerei über Video oder Foto bis Performance zugelassen.
Stipendiat*innen werden begleitet und unterstützt vom Kulturbüro der Stadt Mönchengladbach. Es beruft die Jury ein und organisiert das Bewerbungsverfahren. Es koordiniert die Ankunft und den Aufenthalt der / des Stipendiat*in.
Stipendiat*innen werden nach der Abgabe der Bewerbungsunterlagen von einer Fachjury ausgewählt. Dieser können Christiane Schüßler (Kulturdezernentin), Agnes Jaraczewski (Leiterin des Kulturbüros), Susanne Titz (Museum Abteiberg) und zwei Kurator*innen/ Expert*innen für zeitgenössische Kunst aus der erweiterten Region angehören.
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Since April 1998, the City of Mönchengladbach, with support from the Josef and Hilde Wilberz Foundation, has awarded a six-month international studio fellowship to visual artists. Fellows are provided with a guest studio and an apartment, as well as a monthly stipend for living expenses.
At the end of the fellowship, participating artists are expected to show output from their residency in the form of an exhibition, performance, film screening, reading, or some other public presentation. Although the artwork can have some connection to the City of Mönchengladbach, it is not required. The Fellow commits to donating one work of their choice to the collection of the Josef and Hilde Wilberz Foundation, and one to the collection of the City of Mönchengladbach. Fellowships are awarded on the condition that the artist lives and works in the host studio during the fellowship period (residency requirement).
Applications for the fellowship can only be made on the recommendation of German and international museum directors, university professors and curators. Professional artists of any age and descent are welcome. Any contemporary art form is permitted, from painting to video, photography, and performance art.
Fellows are accompanied and supported by the Cultural Office of the City of Mönchengladbach, which convenes the jury and organizes the application process. It also coordinates Fellows’ arrival and stay in Mönchengladbach.
Fellows are selected by a jury of experts after submitting their application documents. This may include Christiane Schüßler (Head of the Department of Culture), Agnes Jaraczewski (Head of the Cultural Office), Susanne Titz (Museum Abteiberg) and two curators/experts for contemporary art from the extended region.
Die letzten Stipendiat*innen
01.09.2024 – 28.02.2025
Maria Toumazou
vorgeschlagen von Andre Zivanari
Direktor des Point Centre for Contemporary Art
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01.07. – 31.12.2023
Whitney Claflin
vorgeschlagen von Kathrin Bentele
Direktorin Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
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01.09.2022 – 28.02.2023
Taro Masushio
vorgeschlagen von Fatima Hellberg
Direktorin Bonner Kunstverein
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01.01. – 30.04.2022
Viron Erol Vert
vorgeschlagen von Dr. Inke Arns
Direktorin des Hartware Medienkunstvereins in Dortmund

















































