Ghita Skali ab 20.10.2017 2018-04-10T16:33:11+02:00

Project Description

AKTUELLES

25.03. bis 22.04.2018

The disappearance of the monkeys‘ rock
Ghita Skali

Eröffnung am 25.03.2018 um 12 Uhr

Ab Sonntag, den 25.03.2018 präsentiert das Kulturbüro die Abschlussausstellung der 29. Atelierstipendiatin der Stadt Mönchengladbach Ghita Skali im Hotel Oberstadt. Welche Rolle spielt Kunst im öffentlichen Raum? Wie wird sie wahrgenommen? Welche Geschichten ranken sich um einzelne Kunstwerke? Wo ist der Affenfelsen geblieben, die Mönchengladbacher Lieblingsskulptur des kleinen Jungen? Ghita Skali untersucht in ihrer Ausstellung das Verhältnis von Kunst im öffentlichen Raum und deren Wahrnehmung durch die Bürger der Stadt. Das Ergebnis der künstlerischen Untersuchung ist als begehbare Audioinstallation im Hotel Oberstadt zu erleben.

Zum Besuch der Ausstellung sind Sie und Ihre Freunde sehr herzlich eingeladen!

Die Ausstellung ist samstags und sonntags jeweils von 12-16 Uhr geöffnet
31.03./01.04., 07.04./08.04., 14.04./15.04., 21.04./22.04.
Hotel Oberstadt, 41061 Mönchengladbach, Hindenburgstraße 20-22

Ghita Skali (MAR)

geboren 1992 in Casablanca, Marokko
seit 2017 Doktorandin an der Kunstakademie Clermont-Ferrand, Frankreich
2016-17 Postgraduiertenstudiengang an der Kunstakademie in Lyon, Frankreich
2011-16 Studium an der Kunstakademie Villa Arson, Nizza, Frankreich
Ghita Skali hat bereits in verschiedenen Ausstellungshäusern in Frankreich, Marokko Ägypten und Italien ausgestellt

www.ghitaskali.com

Antrittsausstellung im Köntges, Waldhausener Str. 16
30.11. bis 03.12.2017

Hier geht’s zur Veranstaltung: http://www.co-mg.de/ghita-skali-praesentation/

Ghita Skali / The disappearance of the Monkeys‘ Rock
Hotel Oberstadt / 25 of March – 22 of April

Das Verschwinden des Affenfelsens,
oder: Erstaunliche Geschichten von Glück und Schmerz an der Kunst im öffentlichen Raum

Wer hätte je gedacht, dass ein Kunstobjekt auf einem Platz in der Stadt berühren kann: rührend, glücklich machend, in ziemlich intimer Art und Weise? Kaum zu glauben, wenn doch bekannt ist, dass Kunst im öffentlichen Raum eigentlich eine Fehlproduktion ist: entweder ärgerlich oder keiner sieht sie mehr. Schon Heinrich Dattenberg und Johannes Cladders, die beiden Mönchengladbacher Museumsdirektoren, die ab 1965 ein großes Programm für Gegenwartskunst an öffentlichen Bauten und im öffentlichen Raum von Mönchengladbach starteten, sprachen ziemlich verhalten von den Effekten ihrer Initiative. Als man 1975 das Buch „Kunst am Bau. Zehn Jahre Erfahrung“ veröffentlichte – mit immerhin mehr als 25 hochkarätigen Werken auch von Alexander Calder, Lucio Fontana, Sol LeWitt und anderen internationalen Größen, schrieb Cladders im Vorwort: “Die ‚Niederlagen’ der Ansprüche der Kunst überwiegen ihre ‚Erfolge’ bei weitem.“ Schonungslos gab man zu, dass zum Beispiel das Objekt Aggregat von Joseph Beuys 1967 so lange als eine „Hundehütte“ durch die Lokalpresse gegeistert war, bis es keinerlei Chance mehr gab, es auf dem Platz vor der Verwaltungsstelle Hardt stehen zu lassen. [1]

Ghita Skali erzählt mit den O-Tönen von Gladbacher Bürgerinnen und Bürgern eine Geschichte von der Kunst im öffentlichen Raum, die zwar auch deren ‚Niederlagen’ enthält, doch zugleich ziemlich erstaunliche und rührende Phänomene offenbart: ganz persönliche Beziehungen.
Vielleicht ist die Kunst da draußen in der Stadt doch besser als man denkt. Vielleicht macht sie tat-sächlich etwas aus einem Ort, gibt ihm ein Zeichen oder eine Idee. Jenseits von Verkehrszeichen, Straßenkreuzung, Platz. Vielleicht reden die Objekte sogar mit einem. Sogar diese toten Denkmäler, deren Gestalter sehr oft nicht viel dafür taten, dass man versteht, wen sie meinen.

Mit den drei abgerissenen Eselschwänzen von Rita McBrides Installation Donkey’s Way auf dem Sonnenhausplatz bringt Ghita Skali auch aktuelle Beziehungen zur Sprache. Vermutlich wurden die Eselsschwänze zu Trophäen. Tage danach fand man sie in den Büschen eines Parks wieder.
Manchmal werden es große Bilder, manchmal gar Nachbilder, wie beim Affenfelsen, jener vom Straßenbauamt erfundenen ‚Gestaltung’ eines Kreisverkehrs, der jahrelang an der unteren Hindenburgstraße war. „The disappearance of the monkeys‘ rock“, das Verschwinden dieses sogenannten Affenfelsens ließ ein inneres Bild verschwinden, das völlig surreal und schön gewesen war: Ich sah sie stets da sitzen, die Affen auf den grauen Basaltsteinen. Ein Stück Zoo oder Dschungel auf der Verkehrsinsel, die die Autos und Busse umkreisten.

Dr. Susanne Titz, Direktorin Museum Abteiberg

[1] ____ Heinrich Dattenberg, erster Mönchengladbacher Museumsdirektor nach dem 2. Weltkrieg, initiierte das Programm im Jahr 1965. Johannes Cladders war damals als Assistent des Krefelder Museumsdirektors Paul Wember bereits ein Mitglied der von Dattenberg gegründeten Mönchengladbacher Kunstkommission. 1967 wurde Cladders Nachfolger von Dattenberg. Vgl. zu den hier genannten Aspekten der Bilanz nach zehn Jahren: Kunst am Bau. Zehn Jahre Erfahrung. Hg. Stadtarchiv Mönchengladbach 1975.

The disappearance of the monkeys’ rock
Or: Astonishing stories about happiness and pain regarding public art

Who would have thought that an object of art on a public square could affect people: touch them, make them happy in a rather intimate manner? Difficult to believe when we know that art in the public sphere is actually a defective product: either irritating or simply becoming invisible. The two museum directors from Monchengladbach Heinrich Dattenberg and Johannes Cladders who, in 1965 already, initiated a vast program encouraging contemporary art in Mönchengladbach’s public space and public buildings, were quite cautious when talking about the actual effects of their initiative. The book «Kunst am Bau: T’en years of experience »,  which presents 25 top-level works by international artists such as Alexander Calder, Lucio Fontana, Sol LeWitt and others, was published in 1975. In its foreword, Cladders stated that « Art fails more than it succeeds ».For instance, it was made clear that Joseph Beuys’ work „Aggregat“ had been called a dog house in the 1967 local press so much, that it became impossible to allow it to stand on the square in front of a public building in Hardt any longer.

Ghita Skali tells a story about public art by presenting original sound recordings of Gladbach’s inhabitants, inside a 23 meter long, neon-lit tunnel built for the exhibition and running through an abandoned hotel in the city center. Her story certainly alludes to aforementioned ‘defeats’, but it also reveals some surprising and touching phenomena: namely some entirely personal relations. 
Maybe, outdoor art in the cities’ streets is actually better than everyone thinks. Maybe it gives the place something like a significance or an idea. Something that goes beyond street signs, intersections, squares. Maybe these art objects even talk to us. Even the dead monuments which were not really designed to let us know who they represent.

Via four pulled off donkey tails from Rita McBrides’ installation “Donkey’s Way” on Sonnenhausplatz, Ghita Skali brings up current events. The donkey tails probably became trophies. They were found in park bushes a few days later. 
Sometimes art objects become large pictures, sometimes even afterimages, for instance the monkeys’ rock, an object created by the public roads administration office shaping a roundabout near Hindenburgstraße for several years. The disappearance of the monkeys’ rock let a beautiful, totally surreal inner picture vanish: I used to see these monkeys all the time, sitting on their grey Basalt stones. A piece of zoo or jungle on a traffic island, surrounded by cars and busses.

Dr Susanne Titz  – Director of the Abteiberg Museum
Translation : Magali Stearns