Project Description
MILEN MILTCHEV
Milen Milchev
Ausbildung
| 2005-2009 | Künstlerisch-Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule Kassel |
| 2001 | Meisterschüler bei Prof. Alf Schuler |
| 1994-2001 | Studium an der Kunsthochschule Kassel |
| 1992 | Studium an der Kunstakademie in Sofia, Bulgarien |
Stipendien
2001
Meisterschüler bei Prof. Alf Schuler
2004
Künstlerstipendium Willingshausen
2007/08
Artist in Residence – Sydney Olympic Park, Australien
2010
Kulturstiftung Hessen-Thüringen, 1. Preis Kunst in öffentlichen Raum, Erfurt
Einzelausstellungen (Auswahl)
2005
Neue Galerie, Kassel
2006
Renate Schröder Galerie, Mönchengladbach
2007
Bernd Lausberg Galerie, Düsseldorf
2008
Conny Dietzschold Galerie, Sydney, Australien
2008
Galerie Seipel, Köln
2016
Fons Luminis/Lucis, Galerie Fonis, Düsseldorf
2017
„Lumen Poems“, Galerie Löhrl, Mönchengladbach
2021
Kunst im Rathaus, Rathaus Abtei, Mönchengladbach
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
2007
Bernd Lausberg-Brain Torner Galerie, Toronto
2010
Kunstverein Kassel
2012
Sydney Olympic Park, Galerie Sydney
2014
Conny Dietzschold Galerie, Sydney
2016
Galerie Fonis, Düsseldorf
2018
„Was ist eine Edition?“, Galerie Löhrl, Mönchengladbach
2019
„Art Exchange“, Galerie Coucou, Kassel
2020
„Das erst Mal zum zweiten Mal“, Marburger Kunstverein, Marburg
2023
Zusammen – Wenn sich Gegensätze anziehen, c/0-Ausstellung, Städt. Museum Schloss Rheydt, Mönchengladbach, DE
Das Entzünden eines Streichholzes in der Dunkelheit. Das Glimmen einer Zigarette bei Nacht. Das Anbrechen des Tageslichts beim Sonnenaufgang. All dies sind Lichtquellen, die unserem Auge vertraut sind und deren Wirkung sowie Atmosphäre wir uns mühelos ins Gedächtnis rufen können. Doch kann das menschliche Auge allein anhand der Lichtwirkung einen Sonnenaufgang von einem Sonnenuntergang unterscheiden?
Milen Miltchev beschäftigt sich in seinen künstlerischen Arbeiten seit langer Zeit intensiv mit der Wirkung und Wahrnehmung von Licht. Um sich ästhetisch mit dem komplexen Thema der Optik, das die Bereiche der Physik, Biologie und Psychologie verbindet, auseinanderzusetzen, bedient er sich verschiedener Techniken und Materialien.
In der Serie „Lumen“ untersucht Miltchev die Bedeutung von Lichtquellen für das menschliche Sehen. Die schwarz-weiß gearbeiteten Aquarelle repräsentieren aufeinanderfolgende Sequenzen eines Wahrnehmungsprozesses. Das erste Blatt zeigt einen diffusen Lichtpunkt. Auf den weiteren Blättern konkretisiert sich diese Lichtquelle sukzessiv. Je mehr Farbschichten Miltchev einem Aquarell hinzufügt, desto detaillierter und figürlicher erscheint das Motiv. Ähnlich wie das menschliche Auge Zeit benötigt, um sich an veränderte Lichtverhältnisse anzupassen, verdichtet sich hier die anfänglich abstrakte Form zu einer räumlichen Darstellung.
Die Lichtwirkung breitet sich nach und nach auf den umgebenden Raum aus und umliegende Gegenstände und Oberflächen werden erkennbar. Wie bei der Auflösung eines Rätsels zeichnet sich auf dem letzten Bild der Reihe schließlich die Öllampe und ihre in sanftes Licht gehüllte Umgebung ab. Doch werden hier tatsächlich die Gegenstände und der Raum selbst sichtbar oder sind es lediglich die Schemen und Silhouetten, die uns denken lassen, eine vollständige Szene erkennen zu können? Als Rezipient*in erlebt man mit Miltchevs Arbeiten die Spannung zwischen Wahrnehmung und Interpretation, Gegenständlichkeit und Abstraktion, Verstand und Phantasie.
Der Verzicht auf Farbe ermöglicht die akzentuierte Darstellung von Licht und Schatten. „Bei den farbigen Aquarellen wird die Aufgabe komplexer”, erklärt Miltchev. „Das Hinzufügen von Farbe erweitert die Arbeit um eine Dimension und verschiebt den Fokus“. Statt sich ausschließlich auf die Hell- Dunkel-Kontraste konzentrieren zu können, spielt dann die richtige Mischung der Farben eine entscheidende Rolle. Um etwa die Atmosphäre einer warmen, natürlichen Lichtquelle wie einer Flamme einzufangen, bedarf es einer präzisen Abstimmung verschiedener Rot- und Gelbtöne.
Eine ähliche Ästhetik verfolgt der Künstler bei seinen Arbeiten aus Lack. In zahlreichen, hauchdünnen Schichten wird dieser auf dem Aluminiumträger aufgetragen. Dabei baut Miltchev die Farbigkeit vom Hellen ins Dunkle auf. Durch stellenweises Schleifen trägt er anschließend die einzelnen Farbschichten partiell wieder ab und materialisiert durch die entstehenden Vertiefungen das Licht auf der Oberfläche.
Die linienartigen Übergänge zwischen den Lackschichten werden sichtbar, stellenweise sogar das silberne, fast weiß glänzende Aluminium. Die spiegelglatt polierte Oberfläche reflektiert das Licht ähnlich wie die wässrige Farbe auf einem Aquarell, bevor diese trocknet und das Papier wieder ermatten lässt.
von Sarah Cüppers
erschienen im c/o-Magazin 01/2025
Bismarckstraße 85
41061 Mönchengladbach
milen.miltchev@gmail.com





