LUCIE GORZOLKA
VITA
Lucie Gorzolka
* 1997 in Mönchengladbach
lebt und arbeitet in Düsseldorf
Studium:
2025 Meisterschülerin von Prof. Thomas Scheibitz
2017-2025 Studium der freien Kunst, Klasse Prof. Thomas Scheibitz
Kunstakademie Düsseldorf, Abschluss: Akademiebrief
Preise und Förderungen:
2026 Preis der Karin Abt-Straubinger Stiftung
2025 Preis des Vestischen Künstlerbundes
2025 Absolvent*innenpreis der Kunstakademie Düsseldorf
2023-2024 Konrad Krieger Stipendium
2021-2022 Gopea Förderjahrgang
Einzelausstellungen:
2026 fassade / Kirche St. HeribertKöln
2026 critical assassment / Littler Düsseldorf
2025 moor | bronze | nebula / Abschlusspräsentation Kunstakademie Düsseldorf
Gruppenausstellungen (Auswahl):
2026 ICH SAGE DIE ZEIGE MIT DEN ZEICHEN IM ZEIGEN DER SAGE / Storage Museum, Düsseldorf
2026 casual water / Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf
2025 LOST / Preis des Vestischen Künstlerbundes Recklinghausen
2025 fresh positions / BBK Kunstforum Düsseldorf
2024 Hunting of the Greene Lyon / Die Walachei Ausstellungsraum Düsseldorf
2024 erraticus (Duo) / X.position mobile Mönchengladbach
2024 giftig (Duo) / Hansaallee 190, Düsseldorf
2023 /// Durch den Spiegel / Eichenmüllerhaus Lemgo
2022 Academy Positions / Positions Art Fair Berlin
2022 start56 / Gopea Kunstraum-Burg Bentheim
2021 Closer Than They Appear / Kurfürstendamm 216, Berlin
Lucie Gorzolkas Malereien basieren auf der Collage und sind insofern zersplitterte Imaginationsräume, die, obwohl sie keiner offenkundigen Bilderzählung folgen, trotzdem durch den Einsatz von Wiederholungen und Analogien eine andere, nicht-narrative Form von Sinn und Syntax erzeugen und durch ihren spezifischen Umgang mit Oberflächen und Räumen die Art und Weise reflektieren, wie das Digitale unsere Wahrnehmung der Welt verändert und neu strukturiert. Die vorgeführten Bildwelten sind in ihrer Detailfülle herausfordernde, verführerisch irritierende Spektakel, sie lassen sich beschreiben als die luziden Wachträume einer unbestimmbaren Intelligenz, die eine sogartige Wirkung erzeugen, aus der kein Entrinnen möglich zu sein scheint. Dabei wirkt die Malweise, welche alles Dargestellte auf die gleiche, präzise und sachliche Weise schildert, beinahe teilnahmslos, sie gibt vermeintlich alles preis und verschleiert nichts: und dennoch erscheinen trotz ihrer grellen Eindringlichkeit die Formen, Fragmente und Gegenstände seltsam hermetisch, sie folgen keinerlei vertrauten Bilderzählung, und erst nach und nach offenbart sich eine komplexe Bildsyntax, welcher die einzelnen Bildelemente unterworfen sind. Die Sinnhaftigkeit, mit der wir es hier zu tun haben, ist keine, die einem konventionellen Tafelbild zugrunde liegt und auf dem ein wie auch immer gearteter Ausschnitt der Welt zu sehen sein würde. Sie besteht stattdessen in einer Verkettung und Verflechtung von Zeichen: eigentlich heterogene Gegenstände wie ein Zaun, ein Gebiss, eine Wendeltreppe werden kompositorisch ineinander verzahnt und in ihrer strukturellen Ähnlichkeit offenbar. Die sich wiederholenden Bildelemente treten in einen gemeinsamen, synchronen Bildraum ein, in dem Intensitäten rhythmisiert aufeinander zusteuern und sich überlagernden Echos gleich ein Spielfeld wechselseitiger Beziehungen erzeugen. Diese Wiederholungen sind jedoch keine im strengen Sinne, also Kopien, die in der Behauptung des immer Gleichen bestehen würden, im Gegenteil, sie sind porös, vage, provisorisch, d.h. offen für Verschiebungen und bilden jenes differentielle Gefüge, das man als den Prozess der Signifikation, d.h. Genese der Bedeutung von Zeichen definieren kann. Zeichen sind vieldeutig und werden erst in Abhängigkeit vom jeweiligen Kontext, d.h. anderen Zeichen lesbar.
– Melissa Blau





