GREGOR STRUNK 2018-01-23T18:09:20+02:00

Project Description

GREGOR STRUNK

1969*
Mönchengladbach

1988 – 92
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Anglistik, Latein), Staatliche Kunstakademie Düsseldorf

1992 – 97
Gesamthochschule Universität Paderborn, Kunststudium bei Prof. H. K. Ehmer

1995
Studienaufenthalt in London, Atelier (Spitalfield Market/East End) – Malerei

1997
Gründung der Projekt Galerie in der KUWE, Paderborn, Kurator für den Stand des Jungen Sammlers auf der WKM, Köln

1998 – 00
Referendariat Sek I und II für das Lehramt am Gymnasium
für die Fächer Kunst und Englisch, Mönchengladbach

seit 2000
Liebfrauenschule, Berufskolleg des Bistums Münster, Geldern,
Lehrtätigkeit in der Sek II der gymnasialen Oberstufe und FH
für die Fächer Kunst und Englisch

Ausstellungen (Auswahl)

1995
The Open, Whitechapel, London

1996
Galerie Perplies, Aachen

1997
Kulturwerkstatt, Paderborn

1998
Galerie Perplies, Aachen

1999
Querschnitt, Kollektivausstellung, Galerie Strunk-Hilgers, Mönchengladbach

2000
Korchenbroicher Kunstfrühling, Stadt Korchenbroich

2001 – 07
parcour, c/o Mönchengladbach, Mönchengladbach

2008
Family Affair, Kollektivausstellung, Altes Museum BIS-Zentrum, Mönchengladbach

Arbeiten im öffentlichen Raum

Stadtsparkasse Odenkirchen, sechs Ölbilder zum Thema Raumvariationen

„Der Maler malt und sein Anlaß ist die Malerei”

In diesem Bekenntnis Gert Seiles wird meine Haltung zur Malerei deutlich. Die Aussage formuliert nämlich das Verhältnis der Kunst zur Malerei als den thematischen Kern dieser Darlegung. Dem Bild selbst wird hier nur eine sekundäre, untergeordnete Bedeutung zugedacht. Im Mittelpunkt dagegen steht der Blick auf den Kontext, den Wirkzusammenhang, von Entstehung und Daseinsberechtigung des gemalten Bildes. Der Blick auf das Bild bleibt zunächst peripher.

Bei einem solchen Denkansatz stellt sich die Frage nach dem Maler als Künstler und nach seinem Verhältniszur Kunst. Was denn Kunst ist, ist nämlich weder durch eine Kunst, die in der Gesellschaft gemeinhin Anerkennung gefunden hat, noch durch ein vermeintliches Wissen über die Kunst von Experten und Kunstinteressierten bestimmbar.

Die Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit trägt zu der Auffassung bei, was sich heutzutage als Kunst entpuppen möchte. Hieraus allerdings ergibt sich eine nicht überschaubare Zahl von gleichzeitig existierenden Meinungen, die aber in ihrer Gesamtheit nichts anderes sind als ein Sammelbecken möglicher Deutungsmuster über Kunst und ihre Gegenstände. In Wahrheit: die Frage nach der Kunst bleibt offen.

Boris Groys ersetzt den allgemein etablierten aber untauglich gewordenen Innovationsbegriff in der Kunst durch den Begriff des Paradigmawechsels und meint damit einen Wechsel der Werte.

Denn die Beschäftigung mit Kunst handelt zunächst vom Profanen, das jederzeit dem Verschwinden ausgesetzt ist. Es wird zur Kunst, was in einem Wechsel der Werte innerhalb unserer abendländischen Kultur eingegliedert und in unseren kulturellen Archivierungsräumen z.B. in den Museen aufbewahrt wird. So erlangt eine ästhetische, zunächst profane Arbeit, über diesen Prozeß künstlerische Bedeutung und Geltung. Die Arbeit selbst wird zum Kunstwerk. Der Vorgang kann auch auf die Marktwirtschaft übertragen werden. Ein neues Produkt wird eingeführt und die Art der Präsentation befreit es von seiner ursprünglichen Unverbindlichkeit und weist dem Produkt eine andere, durch das Marketing bestimmteZielsetzung zu. Die Frage nach der Kunst bleibt offen.

Mir stellt sich diese Frage nicht. Dagegen stelle ich meine These.

Die Malerei vermag sich aufgrund ihrer Geschichte an der Auseinandersetzung mit Kunst in der Öffentlichkeit nicht zu beteiligen. Ihr ist zwar die Anbindung an Kunst implizit, jedoch nur hinsichtlich ihres historischen Verständnisses. Innerhalb der bestehenden Diskurse in der Kunst spielt die Malerei nur noch eine periphere Rolle, wenn überhaupt. Die letzten beiden documenta in Kassel belegen diese Vermutung: so betrachtete Jan Hoot die documenta IX. als den Abschied von der Malerei. Hier wurde die Malerei selbst zur Historie, also zum reinen Dokument. Setzt man dies als Übereinkunft voraus, so ist man nicht verwundert darüber, daß in der documenta X. die Malerei fast gänzlich verbannt wurde. Ob die Malerei sich irgendwann an den Diskursen beteiligen kann, also Teil einer entgrenzten Kunst wird, wird die Zeit zeigen.

In Anbetracht dieser entmutigenden Perspektiven stellt sich trotzdem die Frage, warum ein Maler überhaupt noch malt. Meiner Meinung nach ist die Malerei ein eigener Diskurs, welcher der Frage nach der Kunst nicht bedarf. Wenn die Meister der Klassischen Moderne bestrebt waren, das Bild unter allen Umständen von überlieferten Funktionen zu befreien, das Bild autonom zu machen, so ist diese Entwicklung heute zu einem Endpunkt gelangt. Die Malerei im historischen Sinne ist entfunktionalisiert. Das Bild ist um seiner selbstwillen da. Das heißt; es ordnet sich keiner anderen Zweckbestimmung unter.

Vielmehr, die Malerei ist zum ersten Mal in ihrer Geschichte frei, da sich Kunst oder die Diskurse ihrer entledigt haben. Damit nämlich hat die Malerei alle Fesseln, die sie einengen und begrenzen, abgestreift, sie hat sich von den Zwängen befreit, einem möglichen Kunstanspruch entsprechen zu müssen. Die Malerei, das Bild, vermag nun, sich unbekannten Räumen zu öffnen. Hier liegt die große Chance – für den Maler, für den Betrachter: Der Maler hat die Freiheit erhalten, den Kern seiner Arbeit zu hinterfragen, der Betrachter, sich

Eine Erörterung von äußeren Rahmenbedingungen der Kunst entfällt damit. Für den Maler, für mich – und in gleicherweise für den Betrachter – stellt sich nur die eine Frage: Was ist an dieser, meiner Malerei substantiell?

Gregor Strunk

Gregor Strunk

Straßburger Allee 39
41199 Mönchengladbach
gregormetti@gmx.de
www.gregor-strunk.de