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UND SONST

Caravan und Satellit –
ein regionales Projekt am Niederrhein

Abenteuer, Freiheit, aber auch Heimatlosigkeit und Armut, unabhängiges Leben oder spießige Idylle mit Gartenzwerg und Jägerzaun – mit diesen Klischees und Vorstellungen rund um den Wohnwagen setzen sich Künstlerinnen und Künstler des wandernden Ausstellungsprojektes „Caravan und Satellit“ auseinander. Ins Leben gerufen vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Niederrhein tourt der Caravan vom 3. September bis zum 8. Oktober durch Mönchengladbach, Nettetal, Viersen und Krefeld. In jeder Stadt wird er zur Heimat eines anderen Kunstprojektes. Anschluss an die lokale Kunstszene findet der Caravan aus der „Fremde“ durch die Satelliten der vier Niederrheinstädte. Sie zeigen zeitgleich eigene Ausstellungen, die das Thema des Caravans aufgreifen.

In Mönchengladbach macht der BBK-Caravan gleich zweimal mit drei Ausstellungen Halt:


3. – 7. September 2011, Eröffnungscaravan: “Kompostaat”, Johannes Jensen

Marktplatz Rheydt, 41236 Mönchengladbach

Öffnungszeiten: täglich  9-20 Uhr

Eröffnung am 03.09.2011, um 11.30 Uhr

Begrüßung: Oberbürgermeister Norbert Bude

Einführung: Dr. Christian Krausch

Musik: “Harald Sack Ziegler “Lieder des Knaben Megaphon”

Skizze  Johannes Jensen “Kompostaat”

 

Eröffnet wird das Projekt am 3. September auf dem Rheydter Marktplatz. Dort wird Johannes Jensen seinen „Kompostaat“ aufbauen. Er ist ein Staat im Staate, der flexibel heute in Krefeld und morgen in Kayseri installiert werden kann. Ein Bauzaun grenzt das Terrain zur BRD ab. Ein Blick hindurch zeigt Kleingarten-Idylle pur: freilaufende Hühner, Salatköpfe und Tomaten, eine Feuerstelle etc. ermöglichen dem Staatsoberhaupt, dem Künstler, ein Leben als Selbstversorger. Im krassen Gegensatz dazu steht die Rakete, die im Caravan untergebracht ist. Sie ist jederzeit abschussbereit. Und das Grenzhäuschen mit Schranke ist einfach notwendig. Es dient der eigenen Sicherheit. Schließlich muss man sich schützen – manchmal auch vor den “eigenen” Leuten.

 

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23. – 28. September 2011, Caravan | Bleichwiese:
“Darstellung eines optomechanischen Observatoriums” Erich Füllgrabe

Bleichwiese, Lüpertzender Straße 68, 41061 Mönchengladbach

Öffnungszeiten: 24 Stunden am Tag

Eröffnung: Freitag, 23. September, 18.30 Uhr

Begrüßung: Dr. Gert Fischer

“Sprachperformative Führung in die Optomechanik” durch den Nullforscher Merrit Jaboksen


Am Eröffnungsabend fährt um 19.40 Uhr ein Shuttlebus zur Ausstellungseröffnung des Satelliten in der NVV (“Das Haus an der Straße”, Kathrin Tillmanns); Rückfahrt zur Bleichwiese um 21.30 Uhr. Hin- und Rückfahrt werden durch den Mönchengladbacher Konzeptkünstler Norbert Krause gestaltet.

Erich Füllgrabe, Relationalteleskop-R310-I, 2008


Drei Wochen nach der Eröffnungsveranstaltung kehrt der Caravan nach Mönchengladbach 
zurück – diesmal mit Erich Füllgrabe auf der Bleichwiese. Er wird um den Caravan verschiedene Beobachtungsinstrumente aufbauen, die von den Besuchern benutzt werden können und ihnen unterschiedliche Blickweisen erlauben. Wie wird aus dem, was wir wahrnehmen eine Bedeutung? Die Installation „Darstellung eines optomechanischen Observatoriums“ stellt dem wohlwollenden, interessierten Betrachter eine Situation zur Verfügung, in der er das Spannungsfeld von Sehen, Wahrnehmen und Bedeutungszuweisung anhand konkreter, eigener Erfahrungen mit den Objekten und Texten reflektieren und kommunizieren kann. Der geografische Ort „Bleichwiese“ bildet dabei einen objektiven, das heißt, von jedem Betrachter sinnlich wahrnehmbaren Referenzraum. Die visuell benutzbaren Skope und der Caravan als unbetretbares Labor referieren dabei Eigenschaften des Wahrnehmungspro­zesses. Das Relationalteleskop mit gegebenem Bild, das Duoskop mit Teilansichten des Referenzraums und das Tubusteleskop-Array mit seinen unterschiedlichen Ausgrenzwinkeln liefern dabei Daten in Form visueller Beobachtungen. Die Verarbeitungs­einheit im Inneren des Caravans, in der die Daten zu Informationen kombiniert und mit Kontexten relationiert, zu Bedeutungen werden, bleibt dem Betrachter unbetretbar, jedoch nicht unzugänglich. Die Prozesse, die im Inneren des Caravans ablaufen, können fragmen­tarisch beobachtet werden.

 

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23. September – 4. November 2011, Satellit | NVV: “Das Haus an der Straße” Kathrin Tillmanns

NVV “Linie Kunst”, Odenkirchener Straße 201, 41236 Mönchengladbach

Öffnungszeiten: Mo – Do 8 – 17 Uhr, Fr 8 – 13.30 Uhr

Eröffnung: Freitag, 23. September, 20 Uhr

Einführung: Dr. Thomas Hoeps


Am Eröffnungsabend fährt um 19.40 Uhr ein Shuttlebus von der Bleichwiese zur NVV; Rückfahrt zur Bleichwiese um 21.30 Uhr. Hin- und Rückfahrt werden durch den Mönchengladbacher Konzeptkünstler Norbert Krause gestaltet.

Kathrin Tillmanns, Kanne, 2008


Im Satellit setzt sich Kathrin Tillmanns mit ihrer ganz persönlichen Vorstellung von Heimat auseinander. Das eigene Elternhaus als Projekt anzugehen und es mit einem gewissen Abstand zu sehen, erfordert einiges Durchhaltevermögen: Kathrin Tillmanns hat für das Buchprojekt „Das Haus an der Straße“ ihr Elternhaus fotografiert und dabei neu kennengelernt. Jeder hat ein elterliches Haus oder eine Wohnung – einen Ort an dem er aufgewachsen ist. Bei manchem ist die Erinnerung daran verblasst, unangenehm verdrängt oder idealisiert worden. Gerade heutzutage in einem Zeitalter der täglich geforderten Mobilität, gibt es viele Menschen, die durch ständigen Wohnortwechsel das Elternhaus ihrer Kindheit längst verloren haben. Im „Haus an der Straße“ ist Kathrin Tillmanns Entdeckerin auf der Suche nach Bildern. Die Motive hat sie so belassen, wie sie sie vorgefunden hat. Einzig zur Optimierung der Bildaussage mussten, um den richtigen Kamerastandort zu finden, Möbel gerückt oder auseinander gebaut werden. Die Bildkomposition war immer schon vorhanden und rief danach entdeckt zu werden. Beim Betrachter rufen die Fotografien unweigerlich das Bild des eigenen Elternhauses hervor. Man vergleicht und erkennt Räume, Gegenstände und familiäre Situationen wieder. Die Bilder nehmen den Betrachter nicht nur auf eine Zeitreise mit, sondern führen ihn auch zu sich selbst.

 

 

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Weitere Stationen des Caravans:

Krefeld:

3.9.–7.9. Satellit, Hochschule Niederrhein |Anna Kloke mit Studierenden des FB Design

1.10.–8.10. Caravan, Brachwiese Hbf | Andrea Theis

1.10.–7.10. Satellit, Hochschule Niederrhein |Nicolas Beucker, Monika Zurnatzis und FB Design

Nettetal:

10.9.–14.9. Caravan, Atelier Van Eyk |Sabine Fischöder, Silvia Roth und Monika Schneider

10.9–25. 9. Satellit, Atelier/Galerie Busch 8 |Barbara Schmitz-Becker, Setsuko Fukushima

Viersen:

16.9.–21.9. Caravan, Rathausmarkt | Sigrid Sandmann

17. 9.–3. 10. Satellit, Generatorenhalle | Elisabeth Schink

Das Gesamtprogrammheft als PDF gibt es hier


Weitere Informationen unter www.bbk-niederrhein.de/caravan