Ulla Grigat im c/o Portrait 1_2019

Die Malerin Ulla Grigat gehört zu der Generation von Künstlerinnen, die sich im männlich dominierten Kunstbetrieb noch weit stärker durchsetzen mussten als die Kolleginnen heute. Bei Wikipedia werden nur zu zehn Prozent Künstlerinnen unter den rund 170 Vertretern der Konkreten/Konstruktiven Kunst gelistet. Zu ihnen zählt auch Ulla Grigat. Ihre Arbeiten sind in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen für Konkrete Kunst zu finden wie beispielsweise in der Sammlung Etzold (Museum Abteiberg) und der Sammlung Peter C. Ruppert (Museum im Kulturspeicher Würzburg).

OhneTitel, 100 x 165 cm, Acryl/Leinwand, 2016Seit dem Studium der freien Kunst, erst bei Georg Meistermann in Karlsruhe dann ab 1968 bei Joseph Beuys und als Meisterschülerin bei Rupprecht Geiger in Düsseldorf, arbeitet Ulla Grigat mit geometrischen Figuren wie Ellipsen, Kreisen, Sternen und Rechtecken als Grundkonstruktion ihrer Malerei. Die Künstlerin ist Forscherin: Werkkomplexe entstehen über Jahre hinweg, in denen sie Formen innerhalb der Geometrien untersucht. Dazu skizziert sie beispielsweise die Ellipse, setzt Punkte auf Linien, verbindet sie zu dichten Netzen. Innerhalb der so entstehenden Konstruktionen markiert sie eigenständige, zeichenhafte Formen in Schwarz/Weiß oder führt farbige Studien aus, ehe sie diese auf die Leinwand übersetzt. Hier befreit sich die Künstlerin dann von mathematischer Strenge und folgt der Eigengesetzlichkeit des malerischen Prozesses: farbintensiv, lebendig oder formal reduziert.

In den letzten Jahren setzte sich Grigat vor allem mit dem Quadrat auseinander: Übereinander gelegte Schräglinien bilden das Muster für quadratische Aussparungen. Mit breiten Pinselstrichen zieht die Künstlerin die Linien über die Leinwand, farblich voneinander abgegrenzt oder sich überlagernd. An ausgefransten Rändern der freigelegten Quadrate werden untere Farbschichten sichtbar. Die vormals abgeklebten, quadratischen Flächen scheinen dabei monochrom zwischen den Linien zu schweben oder als Tiefengrund die Architektur zu tragen.
Mittlerweile liegen in ihrem Atelier auf großen Tischen verteilt Skizzen mit variierenden Kreis-Konstellationen, innerhalb derer Grigat neue Möglichkeiten von Form- und Farbumsetzungen ausarbeitet. (Henrike Robert)

Kurzbiografie
1943 Geboren in Bannewitz/Sachsen
1965 Studium Freie Kunst (Malerei) bei Prof. Georg Meistermann, Kunstakademie Karlsruhe
1968 Studium bei Prof. Joseph Beuys und Prof. Rupprecht Geiger (Meisterschülerin), Kunstakademie Düsseldorf
Ulla Grigat lebt und arbeitet in Mönchengladbach

Arbeiten in privaten und öffentlichen Sammlungen
Sammlung Guido Nawroth, Güstrow
Sammlung Hiltrud Neumann, Mönchengladbach
Sammlung Etzhold, Museum Abteiberg Mönchengladbach
Sammlung Lacroix, Ludwig-Museum Aachen
Sammlung Peter C. Ruppert, Museum im Kulturspeicher Würzburg

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2019-01-08T09:32:44+02:00