ZORKA WOLLNY (01.09.2011 – 01.03.2012)
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ZORKA WOLLNY, The Museum Theatre, Museum Abteiberg,
14. und 15. Februar 2012
Die besondere Qualität der Performance The Museum Theatre im Museum Abteiberg liegt in ihrer Wechselbeziehung zum architektonischen Raum. Die bühnenartige Architektur des Gebäudes, die vielen Ausblicke, Effekte und der szenische Aufbau der großen Ausstellungsräume führten Zorka Wollny zu dieser Idee einer Theater-Performance.
Gemeinsam mit der Komponistin Anna Szwajgier, der Choreografin Magdalena Przybysz und 19 Performern inszenierte Zorka Wollny scheinbar gewöhnliche Geschehnisse in einem Museumsbetrieb. Mit einfachen Mitteln der Wiederholung, Überspitzung und Verdichtung nahm sie diesen alltäglichen Handlungen ihre Unauffälligkeit und vermeintliche Selbstverständlichkeit.
Wollny nutzte das Museum Abteiberg als Bühne und akustischen Resonanzraum. Gleichzeitig machte sie das Gebäude selbst zum Teil der Komposition. Die Zuschauer platzierte sie so, dass sie vom dezentral inszenierten Geschehen umgeben waren. Die im Gebäude verteilten Performer waren zuweilen nicht sichtbar. In einigen Szenen agierten sie solo, in anderen als Gruppe. Sie tauchten auf, wurden aktiv und verschwanden wieder im Dunkeln.
Wie mit einem beweglichen Spotlight leuchtete Zorka Wollny den Raum mit Klängen, Sprache und choreografischen Elementen aus und lenkte so die Aufmerksamkeit immer wieder auf die architektonischen Eigenheiten des Museums: Ein hoch gesungener Ton erleuchtete den Balkon der Plattenebene; hallende Schritte führten in einen der schmalen Gänge des Gebäudes und zurück in den großen Ausstellungsraum, in dem das Betrachten von Kunst inszeniert wurde.
Zorka Wollny ermöglichte den Zuschauern auf diese Weise ein ungewöhnliches Raumerlebnis. Ohne selbst in Bewegung zu sein, konnten sie die Dimension, Struktur und Komplexität des Raums nicht nur visuell, sondern auch akustisch wahrnehmen.
Hans Hollein, Architekt des Museums Abteiberg formulierte einst ein sehr ganzheitliches Motiv für seine Architektur: „Eine Dialektik zwischen dem Bauwerk, dem Raum und dem Kunstwerk ist angestrebt – nicht im Sinne einer Integration, sondern im Sinne einer Konfrontation, die das Potential der Objekte und des Raumes sichtbar und erlebbar werden lässt. […] Das Bewegliche ist primär das Kunstwerk und der Mensch. Innerhalb von Architektur.“ Intuitiv erfasste Zorka Wollny dieses phänomenologische Wesen des komplexen Baus und schuf mit The Museum Theatre eine Inszenierung, die es der vermeintlichen Selbstverständlichkeit entzieht und erneut ins Bewusstsein ruft.
(Text: Susanne Titz, Museum Abteiberg & Irina Weischedel, Kulturbüro Mönchengladbach)





















































