ZORKA WOLLNY
/// Performance /// Aufruf /// Info ///
Der besondere Klang von Stöckelschuhen und Manifesten –
Mönchengladbachs neue Atelierstipendiatin Zorka Wollny wurde vorgestellt
Ein spannendes Projekt, das Menschen und Orte in Mönchengladbach einbezieht, darf man sich von der polnischen Künstlerin Zorka Wollny erhoffen. Als 21. internationale Stipendiatin hat sie im September das städtische Atelier und Appartement auf der Steinmetzstraße bezogen und wird dort nun sechs Monate lang arbeiten und leben. Kulturdezernent Dr. Gert Fischer und Michael Meuser von der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung, die die Kosten des Stipendiums seit 1998 trägt, hießen die 1980 in Krakau geborene Künstlerin jetzt herzlich willkommen.
Vorgestellt wurde Zorka Wollny durch Dr. Thomas Hoeps und Irina Weischedel vom Städtischen Kulturbüro, in deren Händen die Betreuung des Stipendiums liegt. Eine klassische Ausstellung wird man am Ende des Aufenthaltes nicht zu sehen bekommen, erklärten sie, denn: „Zorka Wollny arbeitet vor allem im Bereich der Performance-Kunst und verbindet darin interdisziplinär Tanz, Musik bzw. Klänge und Literatur“, so Irina Weischedel. Auf Wollnys Kunststudium in Krakau folgten zahlreiche Projekte in Polen, aber auch schon in Deutschland. Darin erforscht sie die Grenzen privater, öffentlicher und institutioneller Räume, beobachtet genau, wie sich Menschen in diesen Räumen gestisch und sprachlich verhalten, und arbeitet in der musikalischen und klangtechnischen Gestaltung mit Komponisten zusammen.
„Inzwischen habe ich zwei Ideen entwickelt, eine mehr mit choreographischen, eine mehr mit musikalischen Elementen. Man wird sehen, was davon zu realisieren sein wird“, berichtete die vom Leiter des Lódzér Museum Stucky, Jaroslaw Suchan, vorgeschlagene Stipendiatin, die einmal im Monat nach Stettin fliegt, um an der dortigen Kunsthochschule zu unterrichten. Inspirieren ließ sie sich dazu von den für sie sehr beeindruckenden Räumen des Museums Abteiberg und der Citykirche.
Wie ein solches Projekt aussehen kann, zeigte Wollny anhand verschiedener Videos und Fotos aus den letzten drei Jahren. Da ging es einmal etwa um die Körperhaltungen, die Museumsbesucher beim Betrachten von Kunstwerken einnehmen. Ein anderes Mal inspirierte sie der volle Klang von Stöckelschuhen in hallenden Räumen. Ihre jüngste Arbeit präsentierte sie gerade erst am vergangenen Wochenende beim „Festival für zeitgenössische Musik“ in Warschau. Dort waren auf einer Straße Akteure unterschiedlichster sozialer und politischer Institutionen eingebunden, die zu einer musikalischen Komposition ihre Manifeste vortrugen.
„Auch in Mönchengladbach werden wir in einigen Wochen wohl Gruppen suchen, die sich an der Performance von Zorka Wollny beteiligen wollen“, vermutete Dr. Hoeps. Ziemlich sicher ist jetzt schon, dass dieses Projekt dann Teil des vom NRW-Kultursekretariat organisierten Polen-NRW-Kulturaustausches sein und vom angesehenen Warschauer Adam-Mickiewicz-Institut unterstützt werden wird, „da es sich“, so die Begründung, „bei Zorka Wollny um eine der vielversprechendsten jungen Künstlerinnen Polens handelt.“




















































