MARINA LÖRWALD 2018-01-23T18:04:54+02:00

Project Description

1958
* in Duisburg

 

1978 bis 1981
Ausbildung zur Grafischen Zeichnerin

1983 bis 1988
Studium der Visuellen Kommunikation an der FH Düsseldorf (Malerei Prof. Dieter Glasmacher / Grafik Design Prof. Uwe Loesch / Kunstgeschichte Prof. Georg Pfeiffer)

1988 bis 1996
Artdirektorin bei Grey International

1996
Freiberufliche Grafikerin und Malerin

2005
Beginn der Dozententätigkeit

2012 bis 2016
Studium der Malerei bei Era Freizon und Prof. Piotr Sonnewend

 

Ausstellungen

2017
„Lebensart“ / Stadtsparkasse Korschenbroich, Gruppenausstellung
„Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ / Kunst- und Kulturbahnhof Korschenbroich, Gruppenausstellung

2016
„Arbeiten auf Papier“ / Kunst- und Galeriehaus Bochum, Gruppenausstellung
„KLEIN & groß“ / Kunst- und Galeriehaus Bochum, Gruppenausstellung
„Arbeitsplatz Kunst“, Begleitausstellung / Kunst- und Kulturbahnhof Korschenbroich, Gruppenausstellung
„Eine Stadt wird zur Galerie“ / Korschenbroicher Kunstfrühling, Gruppenausstellung
„Unerwartungen“ / Niederrheinklinik Korschenbroich / Einzelausstellung

2015
„Think Big“ / Folkwang Museum Essen, Gruppenausstellung
Ausstellung zum „Radwandertag des Rheinkreises Neuss“ / Sandbauernhof Liedberg, Gruppenausstellung
„Farbe Blau“ / Hannenplatz Korschenbroich, Gruppenausstellung
„Frauenrechte“ / Kunst- und Galeriehaus Bochum, Gruppenausstellung
„höflich“ / Wirtschaftshof am Nikolauskloster, Gruppenausstellung

2013
„Malmomente 3“ / Niederrheinklinik Korschenbroich, Gruppenausstellung

2012
Kunstzentrum Bochum / Gruppenausstellung

2010
Niederrheinklinik Korschenbroich / Gruppenausstellung

2008
Offenes Atelier / Einzelausstellung

2007
Galerie Jürgen Schultz / Duisburg Rheinhausen, Einzelausstellung

2006
Art`telier Neuss / Einzelausstellung

2005
Galerie Jürgen Schultz / Duisburg Rheinhausen, Einzelausstellung

1988
Poster Biennalen Lahti und Warschau, Gruppenausstellung

1987
Plakatmuseum Essen, Poster Triennale, Gruppenausstellung

Impuls und Inspiration für Marina Lörwalds Bilder sind reale Räume, Situationen und Gegebenheiten. Dabei sind ihre Arbeiten niemals im Abbild des Sichtbaren verhaftet. Insbesondere zum Thema Mensch erschafft sie atmosphärische Stimmungsbilder, die bewusst Unschärfe einkalkulieren. Die Künstlerin entwickelt ihre Bildsprache im Grenzbereich von Figürlichkeit und Abstraktion. In die Darstellung spiegeln sich beinahe immer Bewegung, Instabilität und Irritation ein. Im aktuellen Schaffen lassen sich im Wesentlichen drei Hauptthemen unterscheiden: Der Zyklus der „Unerwartungen“ ist eine Auseinandersetzung mit den modernen Medien in Auswirkung auf den Menschen. In der Serie der Eisformationen konzentriert sich die Künstlerin auf die Darstellung extrahierter Strukturen und Lichtbrechungen. Die „Weißen Räume“ schließlich muten beinahe meditativ an.

Mit der Überschrift „Unerwartungen“ zielt die Künstlerin über die Form der Negation auf die umgangssprachliche Beschreibung von Dingen, die vom gängigen Maß abweichen. Im Zyklus reflektiert sie die Dauerpräsenz der sozialen Medien in Alltag und Beruf. Die Darstellung menschlicher Figuren im Umgang mit mobilen Medien gibt das Thema vor und ist eingebunden in eine symbolisch aufgeladene Bildsprache. Auf Bilderflut und Schnelllebigkeit einer medial geprägten Welt reagiert die Künstlerin im betonten Kontrast bevorzugt mit der wegen der langen Trocknungsphasen als langsam geltenden Ölmalerei. Insbesondere über die in feinen Schichten angelegten Ölfarben erschafft sie atmosphärische Licht- und Farbräume von geheimnisvoller Tiefenwirkung. Lichtreflexe scheinen aus tiefer liegenden Ebenen zu schimmern und dunklere Zonen zu durchbrechen. Ebenso erschafft sich Lörwald mit Aquarell, Acryl und Ölpastell Rückzugsorte für die Besinnung auf das Unsichtbare unter der Oberfläche. Über die Schichtung der Farben entfaltet sie auch hier oftmals diffuse Licht- und Farbräume, die eine Ahnung von Tiefe suggerieren, aber nicht fassbar sind. Bildräume schweben, geben den Figuren in ihnen keinen Halt. Zuweilen greift die Künstlerin auf Mittel der perspektivischen Tiefenführung zurück und negiert zugleich die Illusion realer Räumlichkeit, indem sie etwa eine übersteigerte Sogwirkung inszeniert.

Die menschliche Figur ist präsent in der vielfach charakteristischen Haltung beim Blick auf das Smartphone und dabei einsam in der Menge. Die Silhouetten sind skizziert, gemalt und häufig in rhythmisch kurzen Zügen linear verstärkt. Über den Gestus in Malerei und Zeichnung verwischen die Konturen. Unmittelbar assoziiert wird die Wahrnehmung rascher Bewegungen. Die damit einhergehende Unschärfe in der Definition der Figuren trifft auf Farbräume, die weder lokal noch in ihren Dimensionen zu benennen sind. Zuweilen gibt die Künstlerin Figurengruppen eine Standfläche, die jedoch an geheimnisvolle Farbräume stößt, oft auch in einer Schrägstellung von der Normalperspektive abweicht und einen spiegelglatten Untergrund assoziiert. Lörwald versetzt ihre Protagonisten in ein unüberschaubar und oft auch gefährlich anmutendes Umfeld, das allerdings ebenso als unbegrenzte Freiheit verstanden werden könnte. Mit malerischen Mitteln der Bewegung und Auflösung verweist sie auf unterschiedliche Wirklichkeits- und Wahrnehmungsebenen.

Im Gegenentwurf zu den „Unerwartungen“ ist die Serie der Eisformationen frei von der Darstellung menschlicher Figuren, doch auch hier geht es um das Thema Wahrnehmung. Lörwald skizziert ihre Motive zunächst nach Fotos von Eisbergen und Gletschern. Deren imposante Erscheinung ist präsent, ebenso die intensive Auseinandersetzung mit kühlen Tönen gegen Weiß. Doch erneut befreit sich die Künstlerin vom ursprünglichen Motiv, indem sie den Blick auf Strukturen focussiert und diese von verschiedenen Seiten bespiegelt. Sie verzichtet auf topographisch zu benennende Landschaftsbilder. Das Gros der Bilder ist dynamisch angelegt. Über das Wechselspiel von Licht und Schatten sowie diagonal verlaufende Schwünge erzielt die Künstlerin Plastizität und Bewegung. Stufen eines langwierigen Prozesses erscheinen im Zeitraffer gebündelt.

Die „Weißen Räume“ stellen den dritten von ihr bevorzugten Themenkreis dar. Die Arbeiten sind niemals rein weiß, da sich im Weiß andere Farben spiegeln. Über die Betonung glatter Flächen im Vordergrund wirken die Kompositionen oft ruhig, beinahe meditativ. Kreuzgewölbe von Kirchen sind angedeutet. Mit klaren Flächen kontrastieren perspektivisch angelegte Raumfluchten. In der Reduktion der Farben und in Bezügen auf symmetrische Architekturformen strahlen die Bilder dieser Serie Ruhe, Zeitlosigkeit aus. Die „Weißen Räume“ muten an wie Rückzugsorte in einer umtriebigen Zeit.

Dr. Angela Wilms-Adrians

Marina Lörwald
Eickener Str. 72
41061 Mönchengladbach

0174 – 916 30 63
www.atelier-loerwald.de